Blaues Band der Spree 2012

Ostern – für die frommen Menschen oder diejenigen, die Feste feiern, wie sie fallen, sind das vier Tage der Besinnung, familiärer Zusammenkunft und übermäßigen Schokoladenverzehrs. Nicht jedoch für Tänzer! Ostern, das heißt Wettkampf. Denn seit 1973 wird an Ostern das Tanzkarussell um das Blaue Band der Spree veranstaltet, zu dem inzwischen jährlich tausende Paare aus aller Welt nach Berlin reisen, um an den etwa 40 Turnieren fast aller Leistungs- und Altersklassen teilzunehmen.

Für die Teilnehmer der Vormittagsveranstaltungen beginnt das Blaue Band inzwischen traditionell mit dem Vorabend-Check-In am Donnerstag Abend. Dieses Jahr ersparten unsere Freunde uns die langen Schlangen, in denen man sonst seine Mitstreiter und Konkurrenten zum letzten mal für Tage ungeschminkt zu Gesicht bekommt. Umso größer war tags darauf ab und an die Verwunderung, um wen es sich bei dem Gegenüber wohl handeln mag.

Während in den nächsten Tagen draußen also der April für abwechselnd Schnee und schönstes Frühlingswetter sorgte, blieb die Atmosphäre in der Halle des SportCentrum Siemensstadt konstant: Gespannt, begeistert – sauerstoffarm. Dank der Lüftungspausen konnten sich die Zuschauer und Paare dennoch voll ausleben. Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr die Flächen 1 und 2 für die WDSF-Turniere zusammengelegt und etwas vergrößert. Ein Gewinn für alle Teilnehmer, die so etwas mehr Platz für die bis zu 24 Paare hatten, die sich gleichzeitig auf der Fläche tummelten.

Nachdem ich also geflickt und die erkältete Nase geschnäuzt war, begann für uns das Turnier am Freitag um 15:00 – und damit das große Warten. Fünf Runden mit anfangs acht Gruppen zu je 13 Paaren wollten ausgetragen werden. Die ersten drei davon noch am Nachmittag, ab dem Semifinale dann in der Abendveranstaltung zusammen mit dem WDSF-Turnier der „ganz Großen“. Wir hatten das Glück es bis hier durchzustehen und so scheuchten wir dann gegen 20:00 meine Mutter samt Besuch aus Litauen über den Stadtring, uns anfeuern zu kommen. Ein 8. Platz (von 107 Paaren) für uns und daneben das Turnier der Weltmeister lohnten die Fahrt.

Gleich in der Abendveranstaltung begann das Turnier für uns am Samstag um 17:00. Wieder galt es fünf nicht weniger volle Runden zu überstehen. Dabei half die gute Laune und Unterhaltung mit unseren Freunden und Mittänzern, die wir teils beim letzten Turnier in Glinde schätzen gelernt hatten, teils schon länger kennen (die „Blau-Weißen“), oder die unseren Verein als Helfer auf der Veranstaltung repräsentierten (danke Melanie). Nach einigen Hochs und Tiefs nahmen wir zum Schluss noch einmal richtig die Füße in die Hand und konnten diesmal im Finale auf den 4. Platz (von 99 Paaren) halbieren.

Eher als Randnotiz zu erwähnen ist unser Latein-Turnier am Sonntag, bei dem wir nach der ersten Zwischenrunde mit dem geteilten 42./43. Platz (von 104 Paaren) abschnitten. Den Montag haben wir uns erkältungsbedingt dann geschenkt.

Jedenfalls hat uns das Blaue Band großen Spaß gemacht und wir freuen uns darauf, auch im nächsten Jahr wieder am Start zu sein. Vielleicht können wir dann schon selbst ein bisschen WDSF-Turnier-Luft schnuppern und wenigstens eine Runde mit den „ganz Großen“ auf einem Parkett stehen. Vielleicht können wir dann auch Sie im Publikum begrüßen?

Zuletzt aber nicht weniger wichtig: Vielen Dank einerseits an die Veranstalter, die sich Jahr für Jahr dieser gewaltigen organisatorischen Herausforderung stellen und die Zuschauer, die die Veranstaltung dann mit Leben füllen. Andererseits und ganz besonders unserer Trainerin und Mama Beate, die sich Woche für Woche der stetigen Herausforderung stellt, unsere Füße zu sortieren und uns stets mit Rat und Tat zur Seite steht, sowie auch meiner Familie, die das viele Tanzen und meine Abwesenheit so geduldig erträgt und unterstützt.

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